Durchatmen

Leichter Regen auf dem Dach, die Luft ist wunderbar frisch. Ich schnaufe durch nach drei wirklich besonders anstrengenden Arbeitstagen und vor einer erneuten Fahrt 700 km südlich. (Der Wetterbericht titelt „Norden fällt ins Sommerloch“ – bei Vorhersagen zwischen 17 und 28 Grad sehe ich kein sehr großes Loch, freue mich aber doch, noch zwei halbe Tage richtige Sommerhitze tanken zu können. Und so schnell noch einmal durchs Städte laufen und auch über den Friedhof gehen zu können.) Hin fahre ich mit dem Zug, zurück mit dem Auto. Scheint ein Kilometersommer zu werden, immerhin wollen wir später ja noch zu mehreren ins Tessin, hatte ich lang nicht. 19113676_1405343426171159_4661213716827570939_n

After the funeral.

Fear no more the heat o’ the sun,
Nor the furious winter’s rages;
Thou thy worldly task hast done,
Home art gone, and ta’en thy wages:
Golden lads and girls all must,
As chimney-sweepers, come to dust.
Fear no more the frown o’ the great;
Thou art past the tyrant’s stroke;
Care no more to clothe and eat;
To thee the reed is as the oak:
The scepter, learning, physic, must
All follow this, and come to dust.
Fear no more the lightning flash,
Nor the all-dreaded thunder stone;
Fear not slander, censure rash;
Thou hast finished joy and moan:
All lovers young, all lovers must
Consign to thee, and come to dust.
No exorciser harm thee!
Nor no witchcraft charm thee!
Ghost unlaid forbear thee!
Nothing ill come near thee!
Quiet consummation have;
And renownèd be thy grave!
(Shakespeare, Cymbeline)
Es waren gute, traurige, erfüllte, erstaunliche, sonnige und warme Tage voll Erinnerungen und Neuem, ich bin viel gelaufen, gefahren, im Duft der Ligusterhecken und mit Blick auf Schwarzwald und Vogesen, habe lange unter den alten Linden, die immer noch da sind, auf dem Friedhof gesessen, habe wunderbar gegessen (danke, Gabi) und bin mit gegenwärtigen Schritten alten Spuren nachgegangen.
19106069_1407210952651073_4378114755017492746_n

Jane

Jane geht es jetzt schon eine ganze Weile wieder richtig gut. Nachdem die Tierklinik keinen Rat wusste, habe ich die abendliche Luminalettendosis erhöht und so viele Futtersorten ausprobiert, bis ich Sachen gefunden hatte, die sie mochte. (Es gibt ja ein Zeug auf dem Katzenfuttermarkt, da schämt man sich an der Kasse fast. Fisch in Brühe im Miniaturtütchen z.B. Aber es hat geholfen. Mittlerweile frisst sie brav ein ganz normales Katzenfutter, allerdings besteht sie immer noch darauf, den größten Teil der Zeit im Schlaf- und Arbeitszimmer zu wohnen und auch dort zu essen. Vor ein paar Wochen stand sie auf einmal im Garten, als ich rauskam, das heißt, sie ist über die zwei Meter hohe extra katzensicher gemachte (haha) Terrassenumzäunung geklettert und von den beiden Flachdächern in den Garten gesprungen. Genesung geglückt, denke ich mal. Ein Kilo zugenommen hat sie auch.

Jane
Das ist nicht immer so unordentlich, ich bereite nur gerade einen dreitägigen Workshop vor, der übernächste Woche stattfindet. Jane hilft, das Material zu sortieren.

 

Regen.

Regen auf dem Dach und Mittagspause.

Ich sitze, etwas verstrudelt von Resterkältung, Trauerfall, bißchen Eisenmangel, im Bett und höre dem Regen zu, der das Dachfenster betrommelt. Eine Katze und ein Kater zu meinen Füßen. Schaue ein paar Folgen „Lukas Lenz“ und lasse mich mal einfach sein.

537491_405330966172415_1032530886_n